Ursachen des Merkelzellkarzinoms (MCC)

UV-Strahlung

Die wissenschaftliche Datenlage deutet auch auf einen starken Zusammenhang zwischen MCC und ultravioletter Strahlung hin: Patienten mit Schuppenflechte, die mit UVA-Licht und der photosensibilisierenden Substanz Psoralen behandelt werden, erkranken 100-mal häufiger an einem MCC als die Allgemeinbevölkerung.

UV-Exposition stellt eine doppelte Gefahr dar: Sie schädigt nicht nur die Haut und erhöht damit direkt das Risiko für Hautkrebs; sie unterdrückt auch das Immunsystem und schränkt so seine Fähigkeit ein, entstandene Hautschäden zu reparieren um so Hautkrebserkrankungen sowie andere Krankheiten zu bekämpfen.


Immunsuppression

Eine eingeschränkte Funktion des Immunsystems (Immunsuppression) und die Entstehung eines MCC sind eng miteinander verknüpft: Menschen, bei denen das Immunsystem langfristig eingeschränkt ist, haben ein bis zu 15-fach erhöhtes Risiko ein MCC zu entwickeln. Dazu gehören beispielsweise Patientinnen mit hämatologischen Erkrankungen oder Personen, die ein Organtransplantat erhalten haben und immunsupprimierende Medikamente einnehmen müssen.

Es gibt Medikamente, die die Funktion des Immunsystems stark einschränken können. Dazu zählen unter anderem Medikamente zur Vermeidung der Abstoßung von Organtransplantationen, zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis), sowie bestimmte Krebserkrankungen (z.B. Chronisch Lymphatische Leukämie oder Lymphome). Patientinnen mit einer solchen Einschränkung der Funktion des Immunsystems haben nicht nur ein höheres Risiko ein MCC zu entwickeln, sondern auch an diesem Tumor zu  versterben. Das weist darauf hin, dass das Immunsystem nicht nur eine Rolle dabei spielt, die Entwicklung eines MCC zu verhindern, sondern auch dazu beiträgt, die Bildung von Metastasen zu unterbinden. Immunsupprimierte Patienten erkranken auch in deutlich geringerem Lebensalter an einem MCC: Etwa die Hälfte der MCCs bei immunsupprimierten Patienten treten vor dem Alter von 50 Jahren auf.


Merkelzell-Polyomavirus

Im Jahr 2008 haben Wissenschaftler an der University of Pittsburgh ein „Merkelzell-Polyomavirus“ entdeckt – ein humanes Virus, das in etwa 80 Prozent aller Merkelzelltumoren nachweisbar ist. Polyoma-Viren gehören zu der Familie der doppelsträngigen DNA-Viren. Ein Großteil der Bevölkerung ist bis zum Alter von 20 Jahren bereits mit diesem Virus in Kontakt gekommen. Es ist aber noch unklar, wann und unter welchen Umständen eine Infektion mit dem Merkelzell-Polyomavirus zur Entstehung eines MCC führt.

Allerdings ist das Virus in Europa und den nördlichen USA in 20 Prozent aller MCC nicht nachweisbar, dieser Anteil ist z.B. in Australien deutlich höher. Daraus lässt sich schließen, dass das Virus bzw. seine kontinuierliche Anwesenheit nicht für alle Fälle von MCC notwendig ist. Darüber hinaus tragen die meisten Menschen während ihres gesamten Lebens Polyomaviren, ohne jemals ein MCC zu entwickeln. Diese Beobachtungen könnten sich dadurch erklären lassen, dass nach einer Infektion mit dem Polyomavirus weitere Faktoren wie UV-Exposition oder Immunsuppression nötig sind, um die Krebsentwicklung zu stimulieren.


 

Quellen:

  • http://www.skincancer.org/skin-cancer-information/merkel/causes
Back to top