Was ist ein Merkelzellkarzinom (MCC)?

Was ist es?

Ein MCC ist eine seltene und aggressive Form von Hautkrebs. Das MCC ist beispielsweise 30-mal seltener als der schwarze Hautkrebs (Melanom), aber mehr als 3 mal so gefährlich: Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt, verläuft sie bei rund einem Drittel der Betroffenen tödlich.

Hohes Risiko für Metastasen: Das MCC bildet häufig und früh Metastasen; bereits bei einem Drittel der PatientInnen finden sich bereits bei Erstdiagnose Metastasen in den regionären Lymphknoten. Darüber hinaus besteht ein hohes Risiko, dass es nach einer ersten Behandlung innerhalb von zwei Jahren wieder zu Tumormanifestationen kommt.

Selten: Jedes Jahr erkranken in Österreich etwa zwei bis vier Männer und ein bis drei Frauen pro Million Einwohner an einem MCC.


Wer ist betroffen?

Das MCC tritt häufiger im fortgeschrittenen Alter bei Menschen mit heller Haut auf. Die Mehrheit der PatientInnen ist über 70 Jahre alt; es betrifft aber auch jüngere und junge Menschen. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Menschen mit einem unterdrückten Immunsystem erkranken früher und häufiger an einem MCC als Gesunde. Dazu zählen etwa PatientInnen mit hämatologischen Erkrankungen (z.B. einer chronischen lymphatischen Leukämie), nach einer Organtransplantation oder mit einer AIDS-Erkrankung. Aber auch bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie einer rheumatoiden Arthritis ist das Risiko, an einem MCC zu erkranken, erhöht.

Da vermehrte UV-Strahlung zu den wichtigsten Risikofaktoren für ein MCC zählt, tritt es häufiger bei Menschen auf, die auch an anderen, durch UV-Strahlung bedingten Krebsarten erkrankt sind. Dazu gehören das Plattenepithelzellkarzinom, Morbus Bowen und das Basalzellkarzinom.


Wo tritt es auf? Wie sieht es aus?

Das MCC entsteht gewöhnlich als fester, schmerzfreier Knoten in sonnenexponierter Haut. Fast die Hälfte aller Tumoren entwickelt sich am Kopf, Hals und häufig auf den Augenliedern. MCCs können rot, blau, violett oder auch hautfarben sein. Die Größe variiert, da das MCC ein schnelles Wachstum zeigt. MCCs breiten sich rasch aus, ein Drittel der PatientInnen leidet bereits bei Erstdiagnose an Absiedlungen (Metastasen) in den regionalen Lymphknoten.

Sogenannte Satelliten- oder in-trans-Metastasen treten oft bereits innerhalb von Wochen oder Monaten auf.


Woher kommt der Name „Merkelzellkarzinom“?

Der Name Merkelzellkarzinom stammt von der Ähnlichkeit der Krebszellen mit den Merkelzellen in der Haut. Diese wurden vor gut 140 Jahren erstmals von Friedrich Merkel beschrieben und spielen eine Rolle beim Tastsinn. Man findet sie einzeln oder in Gruppen in der Oberhaut, der äußeren der drei Schichten unserer Haut.

Unter dem Elektronenmikroskop sind in den Zellen des MCC dunkle körnchenartige Strukturen zu erkennen. Weil Merkelzellen als einzige Zellen der Haut ebenfalls solche Körnchen enthalten, wurde der Krebs Merkelzellkarzinom genannt.

merkelzellen

Quellen:

  • http://www.skincancer.org/skin-cancer-information/merkel
  • The Melanoma Letter, A publication of the Skin Cancer Society, Vol. 27, No. 2; 2009;
    http://www.skincancer.org/media/legacy/stories/melanoma_letter/melanomaletter_27_2.pdf
  • Eisemann N et al. J Invest Dermatol 2014; 134: 43-50
  • http://www.skincancer.org/skin-cancer-information/merkel/risk
  • Pressemitteilung Merck/Merck Serono
  • Lanoy E, Engels EA. Br J Cancer 2010; 103: 112-114
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